Mein Ansatz

 

Mit der Seele hören

Unsere Sinne, durch die wir die äußere Welt wahrnehmen und in unser Inneres aufnehmen, sind heutzutage oft abgestumpft. Die Farben entsprechen immer weniger den natürlichen Farbtönen, zahllose Geräusche belasten das Ohr, Tasten und Fühlen werden kaum noch angeregt. Der häufige Gebrauch von Maschinen lässt uns oft vergessen, dass wir selbst keine stets einsatzbereiten Apparate sind, sondern lebendige, selbstständige Menschen.

Krankheiten entstehen häufig dann, wenn der Organismus die Fähigkeit verloren hat, selbst seine innere Harmonie wiederherzustellen.

Laut Beuys muss man immer an die Polaritäten denken, Vorlieben für nur eine Sache sind ja gefährlich. Also wenn man eine Vorliebe für eine Sache hat, dann ist schon meistens die Sache auf den schlechten Weg.

Künstlerische Tätigkeiten können maßgeblich dazu beitragen, Einseitigkeiten vorzubeugen, die Fähigkeit zur Ausgewogenheit zurückzugewinnen und das Gleichgewicht wieder einzupendeln.

Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und soziale Verantwortung

Mein Ziel in der Kunsttherapie ist, dass der Patient selbst unter meiner Anleitung in sich heilende Prozesse anregt und durch dieses eigenaktive und kreative Handeln gesundet.

Denn die aktive Auseinandersetzung mit den künstlerischen Medien, sei es mit Ton, Stein, Bleistift oder Farbe lässt uns anders wahrnehmen, hören, sehen und fühlen. Damit eröffnen sich neue schöpferische Wege im Umgang mit der eigenen Innenwelt und der Umwelt.

Das bedeutet mit anderen Worten die Möglichkeit der Bewältigung von Krankheit und seelischen Problemen sowie die verantwortungsvolle Gestaltung der Beziehung zu sich selbst und zu anderen.

Das eigene innere Motiv prägen und ein nonduales Bewusstsein entwickeln

Künstlerisch arbeiten heißt für mich, einen Zugang zu der eigenen Intuition zu finden, die eigene Inspirations- und Imaginationsquelle zu sensibilisieren und verstärkt wahrzunehmen und somit den Menschen unterstützen, sich selbst und in sich eine spirituelle Dimension zu entdecken, um sich aus der Alltagsrealität herausheben und das menschliche Schicksal annehmen zu können.

Subjekt-Objekt Dualismus überwinden

Wir neigen zu vergessen, dass wir Menschen das Leben in uns tragen, dass wir selbst das Leben sind. Das Leben ist nicht immer woanders, an einem anderen Ort, außerhalb von uns, das Leben ist in uns und indem was wir machen. Unser Handeln ist der Spiegel von unserem Denken.

Was ist aber unser Denken?
„Wenn wir künstlerisch arbeiten, werden wir durch unser Tun mit uns selbst konfrontiert. Wir betrachten den erzeugten Gegenstand als Objekt und uns selbst als das denkende Subjekt. Wir haben ein Bewusstsein vom Objekt und von unserem selbst oder Selbstbewusstsein. D.h. das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Also, Subjekt und Objekt sind als zwei Existenzformen ein und derselben Sache zu betrachen: sie sind Manifestationen des götllichen Denkens, Ausdruck des einen, denkend gestaltenden Seins.“ (aus „Über das Denken von Joseph Beuys und Rudolf Steiner“ von Wolfgang Zumdick)

Die Methode der Betrachtung und die prozessorientiere Arbeit

Meine Betrachtungsmethode ist die, die Goethe auch in der Naturwissenschaft entwickelt hat und zwar man stellt mehrere Dinge nebeneinander und versucht, in der Reihung der Dinge den Weg vom einen zum anderen herzustellen.

Diese Art der Beobachtung, die vom einen zum nächsten weitergeht, wird selber zu einem kreativen und dynamischen Prozess, weil entscheidend dann letzten Endes nicht mehr allein die Sache an sich ist, sondern ob ich die Bewegung, die vom einen zum anderen hingeht, vollziehen kann oder nicht.

In dem Maße wie das möglich wird, wird das Anschauen zur Einsicht; so dass ich die Dinge nicht wegnehmen kann. Ich brauche sie, um die Einsicht zu haben, aber die Dinge alleine wären eben dann noch nichts. Deswegen ist es wichtig, dass die therapeutische Arbeit mit dem künstlerischen Prozess einhergeht.

Das Ergebnis ist ein lebendiger Formungsprozess, der im Chaos beginnt und der durch immer neue Veränderungen seine Ausrichtung bekommt.
Um sich es zu veranschaulichen, braucht man nur an die plastische Arbeit zu denken: aus der ursprünglich umgeformten Tonmasse wird durch verschiedene Veränderungsstadien eine fertige, geformte und aussagekräftige Gestalt.

 

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