Psychotherapie

Was ist Psychotherapie?

Die Entwicklung der Psychotherapie hat in den letzten 30 Jahren zu einer Vielzahl von psychologisch-psychotherapeutischen Methoden, die je nach bestimmten Variabeln angesetzt werden können, so dass es in der Anfangsphase der Therapie wichtig ist herauszufinden, was für die KlientInnen und PatientInnen am besten passen kann.

Abhängig von den Therapiezielen, der Therapiephase und den Fortschritten stelle ich mehr im Mittelpunkt:

Klärungen von (Zwischen-) Therapiezielen, von (lebensleitenden) Werten und Idealen;

Empfinden, Fühlen, Spüren und Erleben oder die körperliche und geistige Seite;

Klären und Verstehen der persönlichen Entwicklung;

Analyse, Klären und Verstehen eines besonderen Problems, Symptoms oder Störungsbildes, Zusammenhänge erkennen;

Entwickeln eines Problemlösungs- oder Therapieplans;

Aufbau und Erwerb, Entfaltung und Verbesserung von Fähigkeiten und Fertigkeiten (Kompetenzen);

Entwickeln schlummernder Fähigkeiten (Anlagen, Begabungen, Talente) und Förderung der Stärken, des Geglückten und Positiven („Ressourcenaktivierung“)

Die Allgemeine Psychotherapie geht davon aus, dass die individuelle Einmaligkeit eines Menschen und seiner Lebenssituation es erfordern, dass man in jedem Einzelfall einen individuellen, maßgeschneiderten Therapieansatz entwickelt, der auch flexibel an den Therapiefortschritt angepasst und verändert wird. Der Realitätsrahmen (Zeit, Mittel, Rahmenbedingungen) müssen ebenso berücksichtigt werden, wie der ganze Mensch: Körper, Geist, Seele, in seiner Umwelt. Wichtige Bezugspersonen werden – soweit gewünscht, hilfreich und bereit – einbezogen.

 Die von mir verwendeten Therapieelemente stammen aus der:

 Gesprächspsychotherapie

Der Personzentrierte Ansatz gehört zu den humanistischen Psychotherapie-Verfahren,  und wurde von dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (1902-1987) aus seiner psychotherapeutischen und pädagogischen Arbeit mit Erwachsenen und Kindern entwickelt: Im Mittelpunkt von Psychotherapie und Beratung steht die Person – nicht das Problem. Menschen erfahren und lernen in Psychotherapie oder Beratung, ihre verborgenen Fähigkeiten zu entwickeln und eigenständig Lösungen für ihre Probleme zu finden.

Die 3 wichtigsten Säulen der nicht-direktiven Gesprächstherapie sind mit der Grundhaltung des/der Therapeuten/In dem Klienten gegenüber verbunden und zwar:

  • wertschätzend und achtungsvoll
  • vorurteilsfrei
  • authentisch

 

Systemische Therapie

Die Systemische Therapie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt, beginnend in den 50’er Jahren mit Familien mit einem schizophrenen Mitglied. Theoretische Grundlage heutiger Systemischer Therapie sind Kommunikationstheorie, Kybernetik, Systemtheorie und sozialer Konstruktivismus. Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person allein liegt, sondern im (familiären) Zusammenhang, in dem das Problem steht, zu finden ist.

Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemischen Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein).

 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die therapeutischen Prinzipien haben sich vor allem aus der psychoanalytischen Praxis entwickelt. Der Schwerpunkt der Behandlung liegt auf Konflikten und Entwicklungsstörungen, die in der aktuellen Lebenssituation des Patienten auftreten. Die ausführliche Bearbeitung zugrunde liegender Ursachen solcher Konflikte und Störungen, die aus der weiteren Vergangenheit, insbesondere aus der frühen Kindheit der Patienten stammen, spielt bei den tiefenpsychologisch fundierten Verfahren keine zentrale Rolle. Ebenso werden weitreichende Regressionen vermieden. Die psychoanalytischen Konzepte von Unterbewusstsein, Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung werden von tiefenpsychologisch fundierten Therapeuten beachtet, bilden jedoch nicht den Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit. In der therapeutischen Praxis arbeiten Patient und Psychotherapeut zielorientiert, die Ziele und Schwerpunkte werden vor und während der Behandlung miteinander besprochen.

 

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie wurde v.a. in den USA aus der Lerntheorie entwickelt. Der Kerngedanke ist, dass (problematisches) Verhalten erlernt wurde und auch wieder „verlernt“ werden kann, bzw. neue, angemessenere Verhaltensmuster erlernt werden können. Seitdem wurde die Verhaltenstherapie in vielerlei Weise weiterentwickelt, hervorzuheben ist hier insbesondere die Integration kognitiver Elemente. Gemeint ist hiermit die Erweiterung des Fokus über reines Verhalten hinaus, es werden nun stärker das Erleben, die Gedanken und Gefühle der Patienten/Klienten mit einbezogen.

 

Transpersonale Psychotherapie

Die Transpersonale Psychotherapie geht über das heute übliche, übermäßig narzisstische und individualistische Ich- Bewusstsein hinaus.

Die europäischen Wurzeln der Transpersonalen Psychotherapie liegen in den Arbeiten von C.G. Jung, Viktor Frankl, Roberto Assagioli und Karlfried Graf Dürckheim und gehen auf den Anfang dieses Jahrhunderts zurück.

Die Transpersonale Psychotherapie nutzt verschiedene psychotherapeutische
Ansätze, die aus der Transpersonalen Psychologie hervorgegangen sind oder auf ihren Modellen aufbauen.
Die Transpersonale Psychologie ist heute eine tragende Säule der Psychologie, und hat sich neben dem Behaviorismus, der humanistischen Psychologie und der Tiefenpsychologie international etabliert. Hier geht es, im Gegensatz zu den klassischen Verfahren, darum, den Menschen auch über sein Ich-Bewusstsein hinaus zu begleiten und spirituelle Erfahrungen zu berücksichtigen.

In einem erweiterten Bewusstseinszustand erkennt der Mensch, dass er mehr ist als nur Persönlichkeit, Rolle oder Lebensgeschichte und die gewöhnlichen Grenzen von Raum und Zeit überwinden kann. Dieser größere Bezugsrahmen ermöglicht tiefe seelische Einblicke, wodurch die persönliche Weiterentwicklung gefördert wird. Die transpersonale Psychologie verbindet traditionelle Weisheitslehren und moderne Psychologie.

Die Therapiesitzung enthält wiederum Elemente von Meditation und Achtsamkeitstraining (im Hier und Jetzt sein), Resonanzkreise und andere Rituale, Zeiten der Stille, z.B. Malen in der Stille.

Innere Stille führt zur Intuition, was als Prinzip der Steuerung unserer Wahrnehmung zu verstehen ist und das Neue in sich trägt.
Wie es ein großer Künstler unserer Epoche meint …

…Pablo Picasso: „Ich suche nicht, ich finde“ :

 

Alle diese Therapieformen haben für mich gemeinsam:

Selbstverantwortung

Wer eigenverantwortlich denkt und handelt, der fragt sich, was er selbst im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann, um das zu bekommen, was er will. Ein eigenverantwortlicher Mensch stellt die eigenen Möglichkeiten in den Mittelpunkt all seiner Bemühungen und weniger die Gründe, warum etwas nicht geht. Ein eigenverantwortlicher Mensch sieht sich als Teil seiner Umwelt und nicht als Opfer, Produkt oder Spielball. Er weiß, dass alles was er tut, Auswirkungen auf seine Umgebung hat und er seine Umgebung durch sein Denken und Handeln mitbestimmt. Ein eigenverantwortlicher Mensch weiß, dass er ein Teil des Systems ist und damit ein Stück Verantwortlichkeit für das Ganze trägt. Und wenn etwas schief läuft, dann weiß ein eigenverantwortlicher Mensch, dass er durch sein Denken und Tun zu einem gewissen Teil dazu beigetragen hat. Ein eigenverantwortlicher Mensch fragt dann aber nicht, wer Schuld an seiner Situation ist, weil er weiß, dass ihn das nicht weiterbringt. Er sucht nicht den oder die Schuldigen, sondern er fragt sich: „Was will ich und was kann ich tun, um das zu erreichen?“. Und weil er nicht nach dem Schuldigen sucht, muss er auch keine Erklärungen oder Ausreden erfinden, die klarmachen, dass er selbst nicht der Schuldige ist.

Annahme / Akzeptanz

Annehmen hat nicht zwingend etwas mit „Resignieren“, „Aufgeben“ oder Verdrängen zu tun, obwohl dies durchaus Vorläuferstadien sein können. Menschen, die Vorgegebenes annehmen können, sind keine „geborenen Verlierer“. Denn der Begriff beinhaltet eine „aktive Komponente“, bei der es darum geht, zum eigenen Schicksal, einer anderen Person oder einer Lebenssituation bewusst (also durchaus souverän) „ja“ zu sagen, sich mit dem Angenommenen zu versöhnen, es künftig zumindest wohlwollend zu tolerieren oder sich ihm sogar vertrauensvoll hinzugeben.

Selbstverständlich muss und kann nicht alles in dieser Welt angenommen werden. Das gilt insbesondere für offenkundiges Unrecht oder Leid und Leiden, die sich bei entsprechendem Einsatz lindern lassen. Auch dort, wo es ohne Unrecht und Leid Dinge zu verbessern gibt, ist sofortiges Annehmen nicht unbedingt der sinnvollste Ansatz. Der Vorschlag, unser Schicksal, andere Menschen oder besondere Situationen anzunehmen, will uns davor schützen, unnötige (!) Energien zu verausgaben und dort nicht mit unserem Schicksal zu hadern, wo wir an die Grenzen unserer Einflussmöglichkeiten stoßen.

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